Folgende Therapieformen aus dem Gebiet der physikalischen Medizin/ Physiotherapie werden für Kleintiere in meiner Tierarztpraxis angeboten:
Durch verschiedenste Massagetechniken können Verklebungen gelöst, verhärtete und überlastete Muskulatur gelockert sowie atrophierte Muskelgruppen gezielt zur Mitarbeit angeregt werden.
Da das Wirkprinzip der Massage auch auf einer Durchblutungssteigerung im Gewebe beruht, wird dieses wieder gezielt mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, Schmerzbotenstoffe werden abtransportiert. So hat die Massage nicht nur eine entspannende, sondern auch schmerzlindernde Wirkung.
Lymphdrainage
Anregung des Abtransportes von Stoffwechselabbauprodukten aus dem Gewebe. Lymphdrainage wird hauptsächlich zur Beseitigung von sogenannten Lymphödemen angewandt. Diese entstehen beispielshalber nach einer erfolgten Traumatisierung von Gewebestrukturen, unter anderem auch nach operativen Eingriffen.
Manuelle Techniken
Hierzu zählen beispielshalber Gelenktraktionen sowie Lösung von Gelenk- und Wirbelblockierungen
Die Interferenzstromtherapie zählt zu den mittelfrequenten Stromanwendungen. Einsatzgebiete für die Interferenzsrom-Regulatiostherapie sind Schmerzbehandlung, Beschleunigung der Wundheilung sowie Beschleunigung und Regulation der Lymphabflusses.
Daher macht es Sinn, diese Therapieform auch schon direkt im Anschluss an operative Eingriffe einzusetzen. Im Gegensatz zum bekannteren niederfrequenten TENS kann der Interferenzstrom auch bei metallischen Implantaten angewendet werden, es besteht keine Verätzungsgefahr im Gewebe. Ebenso tritt auch kein sich einschleichender Gewöhnungseffekt bei häufiger durchgeführter Therapie ein.
Die Interferenzstomtherapie kann gut mit anderen Therapieformen wie Akupunktur, Massage oder passiven krankengymnastischen Übungen kombiniert werden.
Krankengymnastische Übungen dienen dazu, die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern,
spezifische Muskelgruppen gezielt zu trainieren sowie die Koordinationsfähigkeit der
Patienten zu erhöhen.
Folgende Techniken kommen in der Praxis routinemäßig zur Anwendung:
Neurophysiologische Techniken zur Stimulation der Nervenfunktion, durchbewegen der
Gelenke, isometrische Übungen mit und ohne Hilfsmittel wie z.B. Schaukelbrett,
Balancierpad oder Trampolin, Cavaletti- und Slalomparcours.
Einfache krankengymnastische Übungen können auch gut zu Hause durchgeführt werden. Im Verlauf der Therapiesitzungen werden Sie in der Durchführung für Ihr Tier gezielt angeleitet.
Das Medium Wasser stellt einen wichtigen Therapiefaktor in der Rehabilitation bei
Mensch und Tier dar.
Durch den Wasserauftrieb wird dem Körper Gewicht abgenommen und schmerzende Gelenke
können je nach Wassertiefe mit bis zu 60% verringerter Gewichtsbelastung bewegt werden.
Bei verringerter Gelenkbelastung erfolgt gleichzeitig ein stetiges Arbeiten des Tieres gegen den Wasserwiderstand, so dass Hydrotherapie optimal zum Aufbau von Muskulatur genutzt werden kann.
In meiner Praxis steht zu diesem Zweck ein modernes Unterwasserlaufband als Trainingshilfe zur Verfügung.
Ein Training auf dem Unterwasserkaufband ist bei folgenden Indikationen sinnvoll:
In der Rehabilitationsphase nach Gelenkoperationen
schonendes uns effektives Muskelaufbautraining bei verringerter Belastung des operierten Gelenkes,
eine Korrektur des Bewegungsablaufs ist von Seiten des Therapeuten jederzeit möglich, Beginn des
Trainings nach dem Fädenziehen
bei Patienten mit neurologischen Ausfällen
Speziell neurologische Patienten profitieren in hohem Maße von einem Training auf dem Unterwasserlaufband, gelähmte Patienten oder auch Tiere mit leichteren neurologischen Ausfällen können durch den Wasserauftrieb und Anlaufen gegen den Wasserwiderstand wieder gezielt trainiert werden.
Hierbei wird zuerst auf ein Training der Stabilität Wert gelegt. Ist diese beim gelähmten Tier erreicht, kann das Unterwasserlaufband bewegt werden und mit Hilfe des Therapeuten eine Gangschulung erfolgen.
Nach einer Bandscheibenoperation kann mit einem leichten Training bei gutem Allgemeinbefinden bereits wenige Tage nach dem operativen Eingriff begonnen werden.
Training von Leistungshunden
Effektives Muskelaufbautraining für Dienst- und Sporthunde. Durch Variation der Bandgeschwindigkeit sowie des Wasserstandes kann auf die jeweiligen Trainingsbedürfnisse der jeweiligen Arbeitssparte eingegangen und auch spezifische Muskelgruppen- und Funktionen gezielt trainiert werden.
Die Wassertemperatur kann an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. In der Regel variiert sie zwischen 25 und 30°C.
Die Trainingszeit variiert zwischen wenigen Minuten beim z.B alten oder frisch operierten Tier
bis zu 30 Minuten beim gesunden Sporthund.
Erkrankungen des Bewegungsapparates gehen häufig mit Verspannungen und Kontrakturen der Muskulatur einher.
Diese verschlimmern eine schon bestehende Schmerzsituation und machen ein effektives Bewegungs- und
Muskelaufbautraining unmöglich.
Die Matrix-Rhythmus-Therapie (MaRhyThe) ist ein sehr effektives Therapieverfahren, um schmerzende,
arbeitsunfähige Muskelgruppen gezielt und effizient zu behandeln.
Daher wird die MaRhyThe in meiner Tierarztpraxis gerne im Vorfeld von aktiven Trainingseinheiten eingesetzt.
Insbesondere beim chronischen Schmerzpatienten ist der Einsatz der Nadel- oder Laserakupunktur allein oder in Kombination mit anderen Methoden des physikalischen Therapiespektrums hilfreich.
Speziell bei Patienten, die auf gängige Schmerzmittel nicht zufrieden stellend reagieren oder diese aufgrund von aufgetretenen Nebenwirkungen nicht eingesetzt werden können, stellt die Akupunktur einen Möglichkeit dar, diesen Tieren ein schmerzärmeres Leben zu ermöglichen.
Auch bei neurologischen oder auch internistischen Fragestellungen kann Akupunktur hilfreich sein. Hier kommt vor allem die Traditionell Chinesische Medizin (TCM) zum Einsatz, die auch zu komplexeren Fragestellungen Lösungen bieten kann.
Die Neuraltherapie, auch therapeutische Lokalanästhesie genannt, kann alleine oder begleitend zu physiotherapeutischen Maßnahmen oder auch Akupunktur bei chronischen Schmerzpatienten eingesetzt werden. Hierbei werden Lokalanästhetika lokal oder segmental im Bereich von schmerzenden Gelenken oder Rückensegmenten injiziert.
Die Injektion bewirkt eine Veränderung der Durchblutungs-verhältnisse im Bereich der erkrankten und schmerzenden Strukturen, dadurch bedingt einen Abtransport von Schmerzbotenstoffen und eine reflektorische Entspannung der Muskulatur.
Über die Neuraltherapie kann auch Einfluss auf tiefer gelegene vegetative Zentren und Organe genommen werden, beispielshalber kann Neuraltherapie auch bei speziellen Formen der Inkontinenz angewendet werden.
Die Goldimplantation oder Goldakupunktur ist eine Behandlungsmethode, die hauptsächlich zur Schmerzreduktion bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates (z.B. Arthrosen) eingesetzt wird.
Hierbei werden in Narkose ca. 2-4 mm lange Golddrahtstückchen (24 Karat) an Nah- und Fernakupunkturpunkte der Gelenke sowie teilweise auch direkt an degenerativ veränderte Gelenkstrukturen gesetzt.
Nach separatem Einstich in die Haut werden hierfür Kanülen an die zu implantierenden Punkte in die Tiefe geführt. Pro Einstich wird 1 Implantat (an der Hüfte auch bis zu 3 Implantate pro Punkt) durch die Kanüle in die Tiefe eingebracht, mit Hilfe eines Mandrins das Implantat in der Tiefe fixiert und die Kanüle entfernt .
Ziel einer Goldimplantation ist eine Schmerzreduktion sowie eine daraus folgende Harmonisierung des Gangbildes des Patienten.
Daher ist eine umfassende orthopädisch/neurologische sowie physiotherapeutische Untersuchung inklusive Ganganalyse im Vorfeld einer Goldimplantation unerlässlich. So können alle schmerzhaften Strukturen und Problemzonen des Patienten erfasst und in ganzheitlicher Sicht ein Therapieplan erstellt werden.
Die Goldimplantation kommt daher häufig bei Patienten zum Einsatz, die an mehreren Gelenken chronisch- degenerative Veränderungen aufweisen. Diese können in einer Implantationssitzung behandelt werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, eine Goldimplantation mit einer anstehenden Operation in einer Narkose zu kombinieren (z.B. Hund mit bds. HD und Ellbogenarthrosen, bei dem ein chirurgischer Eingriff nach Kreuzbandriss durchgeführt werden soll).
Für derartige Fälle besteht je nach räumlicher Entfernung nach Absprache auch die Möglichkeit der Durchführung der Implantation bei Ihrem Haustierarzt.
Eine Harmonisierung des Gangbildes stellt sich je nach Schweregrad der Befunde ca. 2-8 Wochen nach dem Eingriff ein.
Die Hunde sollte nach der Implantation 2 Wochen im Schritt an kurzer Leine spazieren geführt werden, um ihm die Gelegenheit zu geben, sich an die neuen Bewegungsabläufe zu gewöhnen.
Meiner Erfahrung nach ist eine physiotherapeutische Nachbetreuung der Patienten mit Aufstellung eines gezielten Trainingsplans nach einer Goldimplantation zur Optimierung des Behandlungserfolges unerlässlich.
Die Goldimplantation hilft dem Hund, sich wieder schmerzfreier zu bewegen, durch die Kombination mit physiotherapeutischen Methoden können z.B. durch Fehlhaltungen chronisch überlastete Muskelareale gelockert und wenig beanspruchte Muskelgruppen wieder gezielt trainiert werden.
Physiotherapeutische Behandlungen, auch einfache Übungen zu Hause, können bereits am Tag nach der Implantation begonnen werden, ein Training auf dem Unterwasserlaufband kann bei guter Heilung der Implantationsstellen ca. 2-3 Tage nach dem Eingriff begonnen werden.
Weiteres zu Ablauf und Kosten einer Goldimplantation erfahren sie unter der Rubrik Therapieablauf und Kosten.
Bei einer Vielzahl von orthopädischen und neurologischen Erkrankungen ist der Einsatz von Hilfsmitteln notwendig. Folgende Hilfsmittel können Sie in meiner Praxis erwerben bzw. bin ich gerne bei der Vermittlung ebensolcher behilflich:
Brustgeschirre
Der Einsatz eines Brustgeschirres ist sinnvoll bei Erkrankungen des Bewegungsapparates zur Entlastung der Wirbelsäule
Pfotenschutzschuhe
Verhindern ein Wundschleifen der Zehen bei Patienten mit neurologischen Ausfällen
Tragegeschirre, sogenannte „Helping Hands“
Hilfsmittel für das Heimtraining von gelähmten Patienten, um diese in aufrechter Stellung trainieren zu können
BIKO Hundeexpander
Therapiehilfsmittel bei Bewegungsstörungen der Hinterextremitäten
Orthesen
Orthesen sind Stützvorrichtungen aus ultraleichtem Kunststoff, die bei geschädigter Gliedmaßenfunktion zum Einsatz kommen können.
Ein Bespiel hierfür ist z.B. die distale Radialislähmung an der Vordergliedmaße, bei der das Vorderbein zwar vorgeführt, die Pfote aber nicht in korrekter Stellung aufgesetzt werden kann. So kommt es zum Wundschleifen der Pfote, und immer wiederkehrende Infektionen machen oft die Amputation des Beines unumgänglich.
Bei frühzeitiger Anfertigung einer Orthese kann die Gliedmaßenfunktion solcher Patienten weiter erhalten werden. Die Tiere tolerieren diese orthopädischen Stützschuhe meist problemlos.
Vorgehen zur Anfertigung einer Orthese für Ihr Tier
- Physiotherapeutische Untersuchung, Entscheidung, ob und in welcher Form der Einsatz einer Orthese sinnvoll ist
- Anfertigung eines Gipsabdruckes
- Einschicken des Gipsabdruckes zum Orthopädietechniker
- Anpassung der Orthese in der Praxis, Beratung zum sinnvollen Bewegungstraining
Die Anfertigung einer Orthese dauert in der Regel 2-3 Wochen.
